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Finanzierung des Think Tanks zunächst gesichert – Dr. Vishwa Anand kehrt zurück

August 31, 2019

Patna/Pfeffenhausen/London/Berlin - Nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit benötigt nachhaltige Finanzierungsmodelle. Der Weg von Nitya Bal Vikas Deutschland e. V. (NBV), durch reduzierte Fixkosten die Abhängigkeiten in Indien von westlichen Spendengeldern zu verringern, wird dennoch immer wieder auf eine harte Probe gestellt.

„Ganz ohne Fixkosten lässt sich auch ein Projekt wie unseres nicht durchführen“, räumt Martin Haus, 1. Vorsitzender und Projektkoordinator von NBV ein. „Nur durch langfristiges Engagement lassen sich nachhaltige Veränderungen im Bildungssystem in Indien erreichen.“

 

Schüler in einer der Partnerschulen des Bildungsprojekts

 

Fortführung des Think Tanks beschlossen

 

Daher ist es als wichtiges Zeichen zu werten, dass die Mitgliederversammlung vom 29.06.2019 im neu geschaffenen Online-Verfahren eine Fortführung des Think Tanks zum Recht auf Bildung in Bihar beschlossen hat.

„Wir sind aufgrund der negativen finanziellen Entwicklung im vergangenen Jahr natürlich gewarnt“, sagt Benjamin Scholz, 2. Vorsitzender von NBV und Verantwortlicher für die Finanzen. „Dennoch sind wir verhalten optimistisch, dass es langfristig in die richtige Richtung geht und es uns gelingen wird, die Finanzierung des Projekts über verschiedene Säulen abzusichern. Spenden von Privatpersonen sind und bleiben dabei aber natürlich stets ein wichtiger Faktor für uns.“

 

 

Die monatlichen Fixkosten für den Think Tank belaufen sich derzeit auf 73.000 INR (zur Aufschlüsselung, s. Übersicht). Dies entspricht beim aktuellen Wechselkurs einem Gegenwert von rund 930 Euro.

 

Studie wird durchgeführt

 

Zusätzlich beschloss die Mitgliederversammlung die Abänderung des angedachten Teilprojekts, eine Studie im Sinne eines Forschungsprojektes zu den Tagesabläufen, Prozessen und die institutionellen Gegebenheiten in den zuständigen Bildungsbehörden in Bihar durchzuführen. Trotz eines entsprechenden Finanzierungsbeschlusses der außerordentlichen Mitgliederversammlung vom 30.12.2018 war es bislang nicht zur Umsetzung des Teilprojektes gekommen.

Die bisher geplante Methodik, Interviews mit den Mitarbeitern zu führen, birgt die Gefahr der Schönfärberei durch die Interviewten. Daher soll der Projektmanager sich nun bemühen, eine behördliche Genehmigung einzuholen, damit er verschiedene Mitarbeiter für eine Woche bei ihrer Arbeit begleiten und hierüber einen Abschlussbericht anfertigen kann. Durch die Beobachtung erhoffen sich NBV und Prayatna einen besseren Einblick in die Strukturen der Verwaltung.

 

Entgegen der bisherigen Planung soll der ehemalige Projektmanager Dr. Vishwa Anand diese Studie allein und ohne Unterstützung durch Rakesh Kumar Rajak, Leiter des Think Tanks durchführen. Dr. Anand hat sich hierzu zu den angebotenen Konditionen bereit erklärt und kehrt damit ins Team von Prayatna, der indischen Partnerorganisation von NBV, zurück. 

 

Dr. Vishwa Anand (rechts) im Gespräch mit dem Schulleiter Ajay Kumar Jha 

 

Zudem wurde auf der Mitgliederversammlung der auf der Website des Vereins abrufbare Jahresbericht von NBV präsentiert und der gesamte Vorstand von den Mitgliedern für das Geschäftsjahr 2018 entlastet.

 

Namenswechsel des Think Tanks

 

Die Durchführung des geplanten Mentorenprojektes als Unterprojekt zum Bildungsprojekt ist aufgrund einer noch nicht erteilten Genehmigung weiterhin in der Warteschleife. Eine wichtige Hürde auf dem Weg zu einer langfristigen und tiefen Zusammenarbeit mit den staatlichen Bildungsbehörden ist jedoch aus dem Weg geräumt worden.

 

Rakesh Kumar Rajak, Leiter des Educational Policy Institute of Bihar

 

Der bisherige Name des Think Tanks – Bihar Education Policy Center – barg in seiner Kurzform – BEPC – die Gefahr einer Verwechslung mit dem staatlichen Bihar Education Project Council.

Um eine klare Abgrenzung der nicht-staatlichen Denkfabrik von staatlichen Institutionen zu ermöglichen, wurde das Think Tank in enger Abstimmung mit Prayatna in Education Policy Center of Bihar (kurz: EPIB) umbenannt.

Die Aktivitäten und bisherigen Veröffentlichungen unter dem alten Namen bleiben hiervon gänzlich unberührt.

„Es ist quasi wie ein kurzfristiger Gate-Wechsel am Flughafen“, erklärt Martin Haus. „Die Maschine, das Personal, das Reiseziel – alles bleibt gleich. Nur ein technisches Detail ändert sich.“

 

Eine Lehrerin mit Schülerinnen und Schülern in einer der Partnerschulen des Bildungsprojekts

 

Langfristige Zusammenarbeit mit Prayatna

 

Die bereits seit Anfang 2018 bestehende erfolgreiche Zusammenarbeit von NBV mit Prayatna geht somit in die nächste Phase.

 

Und weitere Herausforderungen warten. Doch Benjamin Scholz ist optimistisch: „Ich habe ein gutes Gefühl, dass wir bald weitere Teilprojekte durchführen können – in erster Linie das schon lange angedachte Mentorenprojekt.“

 

 

 

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