Mentoren für neun Grundschulen

Staatliche Schulen, in denen nicht gelernt wird, sind Alltag im ländlichen Bihar, dem ärmsten Bundesstaat Indiens.

 

Noch in der Planungsphase befindet sich ein Pilotprojekt, bei dem wir mithilfe von Schulmentoren in zunächst neun Schulen im Bundesstaat Bihar konkrete Verbesserungen im Unterrichtsalltag erreichen wollen. Während wir im vergangenen Jahr erhebliche Fortschritte hinsichtlich der Finanzierung dieses Projekts erreichen konnten, wartet unsere Partnerorganisation Prayatna derzeit noch auf die Genehmigung der zuständigen Behörde. Diese ist notwendig, um im staatlichen Bildungssystem zu intervenieren. Nachdem Prayatna nun alle von der Behörde angeforderten Berichte eingereicht hat, hoffen wir in Kürze mit der Umsetzung des Projektes starten zu können.

 

Doch worum geht es eigentlich konkret? Was sind die Hintergründe des Projektes?


Seit Mai 2017 sind wir mit unseren indischen Partnern vor Ort tätig. Seitdem haben wir die neun Schulen des Projektgebietes unzählige Male besucht, Diskussionen mit Lehrern, Kindern und Dorfbewohnern geführt und an einem gemeinsamen Plan für eine Verbesserung der Schulen gearbeitet.


Wie kann es sein, dass Kinder in der 5. Klasse nicht lesen und schreiben können?


Eines der Probleme ist, dass es in den Schulen keine Struktur gibt. Es gibt keine "Klassen" wie in Deutschland, die Infrastruktur ist unzureichend, Bücher kommen erst in den Schulen an, nachdem die Hälfte des Schuljahres schon vorbei ist. Staatliche Grundschulen besitzen keine Priorität, sie wurden bislang vernachlässigt. Die Lehrer haben in der Folge jede Motivation verloren.

Gleichzeitig wir den Eltern oft vorgeworfen, sie würden keinen Wert auf die Bildung ihrer Kinder legen, wenn diese dem Schulunterricht aufgrund der katastrophalen Zustände fernbleiben.

Wie soll dieses Projekt etwas verändern?


Wir wollen einen neuen Bildungspakt zwischen Dorfbewohnern, Schülern und Lehrern auf den Weg bringen. Nur wenn die Schuldzuweisungen aufhören, kann an Lösungen gedacht werden. Schulmentoren sind der Schlüssel unseres Konzeptes.

Was sollen Schulmentoren leisten?


Die Aufgaben der Schulmentoren sind je nach Schule verschieden, weil die Probleme unterschiedlich sind. Manche Schulen haben keine Klassen, keine Stundenpläne, keinerlei Struktur. Anderen fehlt es an gut ausgebildeten Lehrern oder grundlegender Infrastruktur. Hier setzen wir an. Wie führt man als Schuldirektor eine Schule? Wie kann man Reformen durchsetzen? Wie gewinnt man die Dorfgemeinschaft für sich? Wie erhalten gute Lehrer Anerkennung?
Die Antwort auf diese Fragen zu finden, ist Aufgabe der Mentoren: Studenpläne ausarbeiten, Lehrern Möglichkeiten aufzeigen, wie sie Klassen unterrichten können, in denen oft viele und sehr unterschiedliche Kinder sind, Lesestunden an bestimmten Tagen einführen und sicherstellen, dass Kinder an Bücher herangeführt werden, und vieles mehr.

Welche pädagogischen Konzepte sollen genutzt werden?


Kinder in diesen Schulen sind oft die erste Generation, die zur Schule geht. Materialien aus ihrem Alltag in die Schulen zu bringen ist eine Möglichkeit, die Schulen näher an Kinder und Dorfgemeinschaft heranzuführen. Nüsse eignen sich nicht nur zum Veranschaulichen von Zahlen, sie können auch mathematische Konzepte wie Multiplikation oder Subtraktion verständlich machen. Und natürlich kann man auch die Entwicklungsstadien bis zum Entstehen der Nuss am Baum beobachten und beschreiben - auf Hindi und Englisch.

 

Solche scheinbar einfachen Methoden können Kindern einen Einblick in eine neue Welt eröffnen und ihnen gleichzeitig die Angst vor scheinbar fremden und komplizierten Konzepten nehmen.

Am Südhang 8, 84076 Pfeffenhausen, Germany

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